StartseiteArtikelLammkeule im Ofen

Rezepte? Darum geht es doch gar nicht. Nach einer gelungenen Lammkeule sitze ich auf dem Sofa und will einen neuen Blogeintrag schreiben. Parallel dudelt der Fernseher mit einer mittelmäßigen Filmkomödie. Ab und zu quiekt die Familie vor Lachen. Eine witzige Parodie. Gar nicht schlecht. Doch immer wieder unterbrochen durch Werbung. Das Neuste aus dem Maggi-Kochstudio, Knorr, Kraft, Riegel, Fastfood u.s.w. Jetzt noch cremiger aber ohne Sahne. Total leicht, aber cremig. Nur das Pulver einrühren und fertig. Ich denke an schleimig. Mir wird schlecht.

Bin ich ungerecht? Ich habe eine miese Ahnung. Es wird in den nächsten Jahren zunehmend zu einer Zweiteilung der Gesellschaft kommen. Auf der einen Seite eine breite Masse von „Normalbürgern“, die sich ausschließlich von industriell zubereiteten und abgepackten Lebensmitteln ernährt und auf der anderen Seite eine Minderheit von „Verweigerern“, die weitgehend Roh- und Frischeprodukte kauft, und diese im privaten Umfeld selbst weiterverarbeitet.

Mit unserer Lammkeule wähne ich mich natürlich auf der guten und richtigen Seite. Die Keule wird gut gesalzen, mit grob gestoßenem Pfeffer bestreut und dann noch mit Öl eingerieben. Vorher habe ich den Backofen auf 250 Grad vorgeheitzt. Eine kleine Ofenform (Porzelan, Blech, …), die das Fleisch aufnehmen soll, wird mit erhitzt. Die Keule hat eine Außenseite und eine Innenseite. Das bezieht sich auf die Position der Keule am ganzen Lamm. Beim Braten wird jetzt Außenseite zur Oberseite, und Innenseite zur Unterseite. Ich beginne aber damit, dass ich das Fleischpaket erstmal falsch herum (Oberseite=Außenseite nach unten) in die Form lege, und 7 Minuten braten lasse. Dann umdrehen (Backofen aufmachen, Form herausnehmen, Backofen schließen, Keule drehen, Backofen öffnen, Form wieder einstellen, Backofen schließen) und weitere 7 Minuten bei dieser Hitze backen. Dann auf 150 Grad herunter drehen und den Pieper auf 40 Minuten stellen.

Bei der Zeitplanung für die Beilagen sollte man beachten, dass das Fleisch noch 7 bis 10 Minuten entspannen muss. Auch Gemüse will ja heute auf den Punkt gegart werden. Wir hatten noch einen halben Spitzkohl im Kühlschrank. Diesen halbieren (dann hat man zwei Viertel) und den Strunck herausschneiden. Dann noch einmal längs halbieren und das Zerkleinern mit 5 bis 6 Querschnitten fortsetzen. In einer Pfanne Öl erhitzen und den Kohl anschwitzen. Salzen und mit etwas Kümmel würzen. Dabei arbeiten wir weitgehend heiß mit offener Pfanne unter Schwenken, Schütteln oder Wenden. Mehr als 10 Minuten brauchen wir hierfür nicht. Und nicht anbrennen lassen.

Etwas fehlt noch! Eine Sauce! Wir hatten in türkisch/arabischer Art (also Multi/Kulti) eine kalte Joghurt-Sauce zum Fleisch gemacht, in dem wir Joghurt mit Öl, Salz und Knoblauch verrührt haben. Ein paar Eßlöffel Quark machten die Sauce etwas kompakter.

War das jetzt ein Rezept? Aber darum geht es ja nicht.


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