StartseiteArtikelMarokkanische Möhren

Möhren muss man eigentlich immer im Haus haben. Es ist Freitag und wir planen beim Abendessen den Einkauf am Samstag. „Die Möhren sind alle“; die Letzte Ihrer Art ist Bestandteil der Gemüsesauce, die wir gerade zusammen mit Lachfilet und Reis auf unseren Tellern haben und verspeisen. (Das Gericht geht ungefähr so.)

„Der letzte Möhrikaner!“ sagte einer und schon waren wir von der Einkaufsplanung zu einem wichtigeren Tischgespräch gewechselt – zu unserem Lieblingsthema: Neue Ideen für Serien, Filme oder Parodien. Der Indianerstamm der Möhrikaner hat sich – so unsere Spinnerei – in seiner Historie zu einem Stamm überzeugter Vegetarier entwickelt. Sie jagen keine Büffel mehr und Ihre Profession ist jetzt ein detailliertes Wissen über die Verwendung von Pflanzenwurzeln. Apachen, Sioux und Comanchen verachten sie deshalb. Wir müssen mal mit Bully Herbig darüber sprechen.

Etwas später lese ich beim Stöbern im Internet Eine Chance für krumme Möhrchen und außerdem geht mir der aktuelle Fleischatlas vom BUND durch den Kopf. So kommt mir die Idee am nächsten Tag „marokkanische Möhren“ zu machen. Das ist eine kalte Vorspeise, die wir dem Kochbuch von Barbara Rütting entnommen haben. Wer sich für das neue Jahr vorgenommen hat, weniger Fleisch zu essen, dem seien die beiden unbunten Taschenbücher „Mein Kochbuch“ und „Mein neues Kochbuch“ von Barbara Rütting empfohlen.

Man schält etwa 500g Möhren oder auch mehr und schneidet sie in 2-3 mm dicke Scheiben. In einem breiten flachen Topf oder einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Möhren dazugeben und etwas anschwitzen lassen. Salzen und als Gewürze zwei durchgepresste Knoblauchzehen, Pfeffer, Paprikapulver und Kümmel dazugeben. Den Kümmel kann man vorher im Mörser etwas zermahlen oder zerstoßen. Und dann brauchen wir noch etwas richtig scharfes. Ich hatte jetzt eine frische rote Peperoni. Die war etwa 1cm dick und 10cm lang und die Hälfte davon habe ich feingeschnitten und zu den Möhren gegeben. Sonst könnte man auch eine getrocknete Peperoni (die sind 2-3 cm lang) mörsern oder Cayennepfeffer nehmen. Es fehlt noch „sauer“. Ich nehme zwei gute Eßlöffel Apfelessig. Kaltes Gemüse will sauer sein und vermutlich gebe ich später nochmal einem Essignachschlag. Aus den Möhren tritt ja beim Garen keine eigene Flüssigkeit aus. Daher gebe ich noch ein Schluck Wasser hinzu, bevor ich die Hitze auf Minimal reduziere und den Deckel auflege. Nach etwa nach 10 Minuten schaue ich mal nach. Die Möhren dürfen nicht zu weich und matschig werden. Frau Rütting gibt noch gehackte Petersilie hinzu. Die hatte ich nicht und habe stattdessen ein par Thymianzweige genommen(vor dem Servieren, nimmt man sie wieder heraus) Zuletzt nochmal die „sauer,süß,salzig“-Kontrolle. Abkühlen lassen und am nächsten Tag als Vorspeise servieren.

Oh je! Jetzt ist der Knoblauch alle. Diese zwei Zehen waren auch die Letzten ihrer Art: Gekauft als 1kg-Zopf im Sommer auf dem Sonntagsmarkt von Chagny. Es wird schwierig werden, eine vergleichbare Qualität in Essen zu bekommen. Wir müssen den nächsten Urlaub planen; das steht fest.


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