StartseiteArtikelFamilientreffen, Sterneküche, Corona, Abholservice, Videokonferenz, Spargelsalat.

Was für eine Überschrift? Was sind das für Zeiten, wo diese Stichworte zusammen einen Sinn ergeben? Ein geplantes Familientreffen in einem guten Restaurant war der Anfang. Ein Rezept für Spargelsalat das Ende.

Fangen wir also vorne an. Das anvisierte Restaurant Hannappel (in Essen) bekommt plötzlich einen Michelin-Stern. Aus unserer Sicht war das überfällig, aber jetzt hatten wird das Nachsehen: Wir bekamen keinen Tisch mehr. Zuerst überlegten wir noch, wo wir stattdessen hingehen könnten. Doch dann drang die Corona-Krise immer mehr in unseren Alltag ein. Dienstreise nach Jena? Abgesagt. Nein, wir werden nirgend wo hingehen. Der nächste Plan war daher, dass wir uns zuhause besuchen und selber kochen. Geplant war ein Rinderfilet Stroganoff.

Dann kam die Ansprache der Kanzlerin an das Volk. Jeder ist aufgefordert Kontakte mit anderen Personen zu vermeiden. So ist dann schließlich das famFamilientreffen ganz ausgefallen.

Eine Woche später bekam ich eine Mail von Hannappel. Sie bieten jetzt einen Abholservice an. So haben wir uns dann zu einer gemeinsamen Bestellung verabredet, diese in zwei Chargen getrennt abgeholt und uns getrennt in Bochum und Essen jeweils in vier Wände verkrochen. Über eine Videokonferenzdienst haben wir uns dann zu einer Tischrunde zusammengeschaltet.

ich will jetzt nicht alles dokumentieren, was wir gegessen haben. Die Scheiben vom Milchkalbstafelspitz mit Spargelsalat, Walnuss und Bärlauch will ich aber erwähnen, denn es brachte mich auf die Idee auch mal einen Spargelsalat auszuprobieren. Und so habe ich es gemacht.

Die Spargelstangen mit einem schrägen Schnitt halbieren. Nach dem garen will ich den Spargel in schräge 4 mm dicke Scheiben schneiden. Ihr wisst doch: schräg ist das neue gerade. Also jetzt erst mal die halben Stangen zusammen mit den Spargelschalen in einer Pfanne in Olivenöl anbraten. Salzen und auch etwas Zucker zugeben. Mit einem Schuss Sherry ablöschen und ihn 2 Mintehn lang einkochen lassen. Dann den Deckel auflegen und die Sache 4 Minuten lang bei reduzierter Hitze garen. Das sollte reichen, denn der Spargel sollte etwas Biss behalten. Dann den Spargel auf eine flachen Teller geben, damit er schnell abkühlen kann. Sofort mit Weißweinessig oder Apfelessig beträufeln damit der etwas einziehen kann. Die Spargelschalen in dem Sud lasse ich noch etwas weiter durchkochen und gieße das schließlich durch ein Sieb um den Sud aufzufangen. Es sind nur zwei oder drei Esslöffel konzentrierte Brühe.

Wenn der Spargel abgekühlt ist schneide ich ihn in diese schrägen Scheiben, wie ich es schon geschrieben habe. Der Spargelkopf, vielleicht 3 cm lang, bleibt aber zurück und ich halbiere ihn einmal längs.

Jetzt kommt alles zusammen in eine Schüssel: der Spargel, der Kochsud und der Essig, der noch auf dem Teller verblieben ist. Ich würze außerdem mit Estragon und etwas Pfeffer. Zuletzt noch mal kontrollieren: Salz, Zucker, Essig. Vielleicht einen Tropfen frisches Öl. Fast hätte ich die Walnüsse vergessen. Die zerbrösele ich ziemlich klein und mische sie unter. Und wenn es sich einmal ergibt, mache ich den Salat sicher auch mal mit Berlauch statt Estragon.


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