StartseiteArtikelBrotaufstrich von Lachsresten

In der letzten Zeit wurde in den Medien öfter das Thema Lebensmittelvernichtung behandelt. Dabei geht es um „Schwund“ der an den verschiedenen Stellen der Lebensmittelproduktion, Lebensmittelvermarktung und beim Endverbraucher entsteht. Die verschiedenen Stationen an denen Verluste auftreten, will ich hier nochmal auflisten. Nicht um den moralischen Zeigefinger zu heben. Aber man soll sich die Welt nicht schön reden und eine sachliche Diskussion ist zu begrüßen.

  1. Biologischer Schwund. Eine Pflanze legt oft mehr Früchte an, als sie eigentlich ausreifen kann und entledigt sich irgend wann selbst von dem noch unreifen Überschuss.
  2. Anbau spezifisches Ausdünnen. Zum Teil gehört es zu den Anbaumethoden, die Planzen von ihrem Überschuss zu befreien, um eine höhere Qualität zu erzielen (z.B. im Weinbau).
  3. Verluste bei der Ernte.
  4. Verluste beim Transport.
  5. Verluste bei der Lagerung.
  6. Verluste durch unklare Handelsbeziehungen. Es wird etwas für einen Markt produziert, der das Produkt dann doch nicht abnimmt.
  7. Verluste durch Qualitätsnormen. Das erzeugte Produkte muss vernichtet werden, weil es nicht den Qualitätsnormen des Zwischenhandels entspricht.
  8. Überschrittenes Haltbarkeitsdatum bei abgepackter Ware.
  9. Die Händler halten auch bei frischer Ware ein Überangebot, um immer volle Regale zu haben.
  10. Kunden kaufen zu viel ein und die Ware verdirbt, bevor sie zubereitet oder gegessen wird.
  11. Reste von zubereiteter Nahrung werden weggeschmissen.

Ich will den letzten Punkt für mein heutiges kleines Rezept aufgreifen. Besonders in alten Kochbüchern gibt es oft eine Rubrik „Resteverwertung“. Hier kann es eingeordnet werden.

Wir hatten ein Stück Lachs; das waren 15cm vom ganzen Fisch. Wir haben es in Alufolie gewickelt und im Backofen gegart. Wären das 5 Lachkoteletts gewesen, hätte jeder eines bekommen, und fertig. Das gegarte Teil im Ganzen lässt sich aber nicht einfach in Scheiben schneiden. Also gräbt sich jeder dort etwas Fischfleisch heraus. Zurück blieb ein Trümmerhaufen, der in erster Linie aus dem Rückrad mit vielen Gräten besteht. Doch hängt da noch eine Menge Fleisch dran. Nachdem sich die Tischgesellschaft aufgelöst hatte, habe ich mir noch ein Glas Wein genehmigt und mich nochmal über die Fischplatte her gemacht und alle Fleischreste in ein Tupa-Döschen gesammelt. Das ergab etwa soviel, wie die ausgestreckte Hand eines erwachsenen Mannes fassen würde. Darauf habe ich etwas Essig geträufelt und es in den Kühlschrank gestellt.

Am nächsten Tag habe ich die Fischreste auf einem Brett mit dem Messer zerkleinert. Dieses Gehackte kann man mit etwas Sahne anrühren und nochmals abschmecken. Fertig. Ein köstlicher Brotaufstrich.

Ergänzung 16.3.2012: Das Thema bleibt aktuell. Siehe diese Presssemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Der Blogger Kompottsurfer nimmt das zum Anlass 10 Regeln für den Endverbraucher zu formulieren.


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