StartseiteArtikelDer Blogger lässt die Beine baumeln …

… genauer gesagt, legt er die Beine hoch – in Frankreich.
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… natürlich, erst nach dem er gekocht und gegessen hat. Aperitif und Vorspeise:
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… dann Hauptgericht:
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… und schließlich Käse:
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Der Aperitif ist ein Kir. Das ist Weißwein mit einem Schuss Crème de Cassis. Der Weißwein ist natürlich kalt und trocken und Crème de Cassis ist ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Der ist süß und irgendwie cremig. In Deutschland ist die Variante Kir Royale durch die gleichnamige Fernsehserie bekannter. Doch kennt man erst das Original, erscheint es albern den Wein durch Sekt oder Champagner zu ersetzen.

Dazu ein paar Schnittchen mit Leberpastete und mit einer Baguette-Salami vom französischen Wochenmarkt.

Das Hauptgericht besteht aus Lauchzwiebeln, wie ich sie bereits einmal beschrieben habe, einem unbedeutenden Rinderschnitzel und einer Sauce aus Rotwein, Zwiebeln und Petersilie. Das Schnitzel war das Ergebnis des Versuches in einer Boucherie/Charcuterie mal wieder nach boeuf bourguignon zu fragen. Ein vorgekochtes Ragout, was man uns angeboten hat, wollten wir aber nicht, und so haben wir uns schließlich radebrech mit der freundlichen Verkäuferin auf drei Scheiben von einem Stück Rindfleisch geeinigt. Für die Sauce schneidet man eine große Zwiebel klein, läßt sie in Butter glasig ziehen. Dann salzen und etwas Zucker zugeben und schließlich mit einem Glas Rotwein ablöschen. Das Ganze etwa köcheln lassen, damit die Zwiebeln weicher werden und der Alkohol verkocht. In einer Pfanne die Schnitzel von beiden Seiten braten. Dann salzen und pfeffern und mit der Rotweinsauce übergießen. Gehackte Pertersilie dazugeben und das Fleisch bei geschlossenem Deckel und ohne weiterer Hitzezufuhr noch etwas gar ziehen lassen.

Zuletzt der Käse. Hier ist es ein Espoisses. Er ist runzelig, weich, mild, würzig, cremig … Ähnlich ist auch der Soumaintrain und der Langres. Diese Käse kann man hier in der Herkunftsregion gut im Supermarkt kaufen. Auf dem Markt bekommt man sie auch bei den Käse-Händlern, doch es sind die gleichen „Marken“, wie sie die Supermärkte haben. Es gibt scheinbar keine kleinen Produzenten, die sich „ohne Marke“ direkt vermarkten, sondern nur einige größere Produzenten, die über Handelswege gehen. Zum Beispiel die Firma Berthaut. Wikipedia schreibt über den Espoisses:

„Dieser Käse wurde im frühen 16. Jahrhundert von Zisterziensermönchen der Abtei von Citeaux erfunden. Er zählt zu den Lieblingskäsen Napoleons. Ab dem Zweiten Weltkrieg geriet er fast in Vergessenheit, bis Robert und Simon Berthaut 1954 ihre Fromagerie Berthaut gründeten und 1956 wieder mit seiner Produktion begannen.“

Die Rinde unseres Käses wurde übrigens zur Reifung mit einem Marc de Bourgogne eingerieben. Das ist ein Tersterbrand aus der Region Burgund und eine Idee für den Abschluss unseres Abends: samtig, weich …

Ich muss noch eine Anmerkung zum Wein machen. Wir sind hier von Weinfeldern umgeben, doch einen lokalen Wein unter 20 Euro zu kaufen, ist schon etwas schwierig. Selbst die Supermärkte haben keine Hemmungen, das Segment über 40 Euro reichhaltig zu bedienen. Wein ist hier überhaupt ein ernstes Thema. Die „Feuchtfröhlichkeit“ der Pfalz, der Mosel oder des Elsasses kennt man im Burgund nicht. Bei einer Degustation bei einem Produzenten im Ort haben wir einige Flaschen eines Premier Cru aus Volnay (2009) erstanden. Das ist mal was für Feiertage, doch zum Abhängen und Schillen im Urlaub leider zu schade.
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